Auffangraum und Auffangwanne beim Öltank: Pflicht, Beschichtung, Sanierung
Ein Auffangraum schützt davor, dass Heizöl bei einem Leck unkontrolliert in den Keller oder ins Erdreich gelangt. Deshalb muss die Rückhalteeinrichtung einer Heizöltankanlage dicht und für den Kontakt mit Heizöl geeignet sein. Risse im Boden, abblätternde Beschichtungen oder undichte Stellen können ihre Schutzfunktion beeinträchtigen.

Ist der Auffangraum beschädigt, stellt sich die Frage, ob eine Sanierung ausreicht oder eine andere Lösung erforderlich ist. Entscheidend sind unter anderem die Bauweise des Tanks, die vorhandene Rückhalteeinrichtung und die konkreten Anforderungen an die Anlage.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Einwandige Tanks benötigen grundsätzlich eine geeignete Rückhalteeinrichtung. Bei doppelwandigen Anlagen kann die zweite Wand mit Leckanzeigesystem diese Funktion übernehmen.
- Als Rückhalteeinrichtung kommen beispielsweise Auffangwannen oder entsprechend ausgeführte Auffangräume infrage.
- Risse, abblätternde Beschichtungen und undichte Fugen können auf Mängel hinweisen.
- Ob eine Sanierung notwendig ist und wie sie ausgeführt wird, hängt vom Zustand und der Bauweise der Anlage ab.
Wann ist ein Auffangraum beim Öltank erforderlich?
Heizöl gilt als wassergefährdender Stoff. Deshalb muss eine Tankanlage so ausgeführt und betrieben werden, dass austretendes Heizöl zuverlässig zurückgehalten werden kann. Die Anforderungen an die Rückhaltung sind in § 18 der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) geregelt. Eine Rückhalteeinrichtung muss insbesondere flüssigkeitsundurchlässig sein und darf keine Abläufe haben. Für doppelwandige Anlagen gelten Ausnahmen von der allgemeinen Pflicht zu einer zusätzlichen Rückhalteeinrichtung. Bei teilweise doppelwandigen Anlagen müssen einwandige Anlagenteile weiterhin entsprechend abgesichert sein. § 18 AwSV
Welche Lösung bei einer konkreten Tankanlage erforderlich ist, hängt von ihrer Bauweise und den geltenden Anforderungen ab. Bei einem einwandigen Tank kann beispielsweise ein baulich geeigneter Auffangraum erforderlich sein. Bei doppelwandigen Tanks übernimmt die zweite Wand mit einem geeigneten Leckanzeigesystem eine wichtige Sicherheitsfunktion.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Ratgebern „Einwandiger vs. doppelwandiger Tank: Was bedeutet das für die Entsorgung?“ und „AwSV-Pflichten für Öltankbesitzer einfach erklärt“.
Welche Arten von Auffangräumen und Auffangwannen gibt es?
Die Rückhalteeinrichtung muss zur Tankanlage passen und austretendes Heizöl zuverlässig aufnehmen können. Je nach baulicher Situation kommen unterschiedliche Lösungen infrage.
| Ausführung | Was ist wichtig? |
|---|---|
| Auffangwanne | Muss für den vorgesehenen Einsatz geeignet, dicht und ausreichend dimensioniert sein. |
| Auffangraum aus Mauerwerk oder Beton | Boden, Wände und Anschlüsse müssen die erforderliche Rückhaltefunktion erfüllen. |
| Beschichteter Auffangraum | Die Beschichtung muss für den Kontakt mit Heizöl geeignet sein und dauerhaft flüssigkeitsundurchlässig bleiben. |
Welche Ausführung zulässig und sinnvoll ist, sollte anhand der konkreten Anlage geprüft werden. Dabei spielen unter anderem die Tankbauweise, der Aufstellort und die erforderliche Rückhaltekapazität eine Rolle. Pauschale Angaben zur notwendigen Größe lassen sich nicht auf jede Tankanlage übertragen.
Welche Schäden können die Rückhaltefunktion beeinträchtigen?
Auffangräume und Beschichtungen können mit der Zeit Schäden entwickeln. Besonders bei älteren Tankanlagen lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf den Zustand der Rückhalteeinrichtung.
Mögliche Auffälligkeiten sind:
- Risse im Boden oder Mauerwerk: Sie können die Dichtheit beeinträchtigen.
- Abblätternde oder blasige Beschichtungen: Sie können darauf hindeuten, dass sich die Beschichtung vom Untergrund löst.
- Beschädigte Fugen und Anschlüsse: An Übergängen zwischen Boden, Wänden und Durchführungen können Schwachstellen entstehen.
- Unklarer Zustand der Beschichtung: Fehlen Nachweise zur Eignung des verwendeten Systems, kann eine fachliche Prüfung erforderlich sein.
- Ölspuren oder Verunreinigungen: Sie sollten untersucht werden, um mögliche Undichtigkeiten oder frühere Leckagen auszuschließen.
Nicht jede sichtbare Beschädigung bedeutet automatisch, dass der gesamte Auffangraum erneuert werden muss. Entscheidend ist, ob die Rückhalteeinrichtung ihre Schutzfunktion weiterhin erfüllt und welche Maßnahmen im konkreten Fall erforderlich sind.
Wichtig: Eine gewöhnliche Bodenfarbe ist nicht automatisch als Beschichtung für einen Auffangraum geeignet. Verwendet werden muss ein für den vorgesehenen Einsatz geeignetes System, das die erforderliche Dichtheit und Beständigkeit gewährleistet.
Welche Mängel kann ein Sachverständiger bei der Prüfung feststellen?
Bei der Prüfung einer Tankanlage kann auch der Zustand der Rückhalteeinrichtung relevant sein. Ein Sachverständiger kann dabei beispielsweise auf Risse, beschädigte Beschichtungen, undichte Fugen oder Zweifel an der Eignung der verwendeten Materialien aufmerksam werden.
Ob daraus ein Mangel mit Handlungsbedarf entsteht, hängt von den konkreten Gegebenheiten und den geltenden Anforderungen ab. Eine fachliche Bewertung hilft dabei, den Zustand richtig einzuschätzen und geeignete Maßnahmen festzulegen.
Werden Schäden festgestellt, sollte geklärt werden, ob eine Reparatur ausreicht, eine neue Beschichtung erforderlich ist oder eine andere Lösung für die Rückhaltung infrage kommt.
Wie läuft die Sanierung eines Auffangraums ab?
Der genaue Ablauf richtet sich nach dem Schadensbild, dem Aufbau des Auffangraums und der Tankanlage. Eine Sanierung kann in mehreren Schritten erfolgen.
1. Zustand prüfen
Zunächst werden Boden, Wände, Fugen und vorhandene Beschichtungen untersucht. Dabei wird eingeschätzt, welche Schäden vorliegen und ob der Untergrund für eine Sanierung geeignet ist.
2. Tank und Arbeitsbereich vorbereiten
Je nach Sanierungsverfahren und baulicher Situation muss das Heizöl vorher abgepumpt und zwischengelagert werden. Wie das Umpumpen und Zwischenlagern von Heizöl bei einer Tankreinigung oder einem Tanktausch abläuft, hängt unter anderem von der vorhandenen Ölmenge und dem Zustand des Heizöls ab.
3. Untergrund vorbereiten
Beschädigte oder nicht mehr geeignete Beschichtungen werden bei Bedarf entfernt. Anschließend wird der Untergrund entsprechend dem gewählten Sanierungssystem vorbereitet.
4. Rückhalteeinrichtung instand setzen
Risse, Fugen oder andere Schadstellen werden fachgerecht bearbeitet. Falls erforderlich, wird ein geeignetes Beschichtungssystem aufgebracht. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Rückhalteeinrichtung ihre Dicht- und Schutzfunktion erfüllt.
5. Ergebnis prüfen und dokumentieren
Nach Abschluss der Arbeiten wird geprüft, ob die ausgeführte Sanierung den vorgesehenen Anforderungen entspricht. Je nach Anlage und Maßnahme können entsprechende Nachweise oder Dokumentationen erforderlich sein.
Ist eine Sanierung nicht sinnvoll oder wirtschaftlich, können auch andere Lösungen geprüft werden – beispielsweise eine geeignete Auffangwanne oder eine Anpassung der Tankanlage. Welche Alternative infrage kommt, muss im Einzelfall entschieden werden.
Weitere Informationen zu möglichen Maßnahmen finden Sie auf unserer Seite zur Tanksanierung.
Was kostet die Sanierung eines Auffangraums?
Die Kosten hängen stark vom Zustand und der Größe des Auffangraums ab. Eine pauschale Preisangabe ist deshalb wenig aussagekräftig.
Zu den wichtigsten Kostenfaktoren gehören:
- Größe und Zustand der betroffenen Fläch
- Art und Umfang der Schäden
- Zustand des Untergrunds und notwendige Vorarbeiten
- geeignetes Beschichtungssystem oder alternative Rückhalteeinrichtung
- Zugänglichkeit des Arbeitsbereichs
- notwendige Arbeiten am Tank, einschließlich Abpumpen und Zwischenlagern des Heizöls
Ein kleiner, örtlich begrenzter Schaden kann einen deutlich geringeren Aufwand verursachen als eine umfassende Sanierung mit Entfernung alter Beschichtungen und aufwendiger Untergrundvorbereitung. Erst nach einer Einschätzung vor Ort lässt sich der erforderliche Arbeitsumfang sinnvoll bestimmen.
Auffangraum am Öltank sanieren lassen
Ein beschädigter Auffangraum sollte nicht einfach überstrichen werden. Entscheidend ist, dass die Rückhalteeinrichtung dauerhaft dicht bleibt und austretendes Heizöl zuverlässig zurückhalten kann. Welche Sanierung dafür notwendig ist, hängt vom Zustand der vorhandenen Konstruktion und den Anforderungen an die Tankanlage ab.
Oeltank24 vermittelt passende Fachbetriebe für Arbeiten rund um Heizöltanks. Die eigentliche Prüfung und Ausführung der Sanierungsarbeiten übernimmt der jeweilige Fachbetrieb. So kann geklärt werden, welche Maßnahmen für Ihre Tankanlage sinnvoll und erforderlich sind.
Ist der Auffangraum Ihres Öltanks beschädigt oder unklar? Bei Öltank24 können Sie unverbindlich eine fachliche Prüfung oder Sanierung durch einen Fachbetrieb anfragen.