Ölheizung raus, Wärmepumpe rein: Was die Rechnung wirklich kostet
Wer seine alte Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen möchte, stellt sich meist zuerst zwei Fragen: Wie viel kann ich mit der Wärmepumpe bei den laufenden Heizkosten sparen – und wann hat sich die Investition bezahlt gemacht?

Für eine erste Einschätzung gibt es zwei kostenlose Online-Rechner. Sie zeigen die mögliche Ersparnis und die Amortisationszeit. Was bei der Rechnung allerdings häufig vergessen wird: Wenn die Ölheizung verschwindet, muss auch der alte Öltank fachgerecht außer Betrieb genommen, demontiert oder stillgelegt werden. Diese Kosten gehören deshalb ebenfalls in die Gesamtplanung.
Auf einen Blick
- Mit dem Ersparnis-Rechner lässt sich die mögliche jährliche Einsparung gegenüber der bisherigen Öl- oder Gasheizung berechnen.
- Der Amortisationsrechner zeigt, nach wie vielen Jahren sich die Wärmepumpe gegenüber einer neuen Gasheizung rechnerisch bezahlt macht.
- Beide Rechner können ohne Anmeldung genutzt werden. Die Rechner speichern keine Daten.
- Auch die Kosten für die notwendige Öltankentsorgung sollten bei der Planung berücksichtigt werden.
Was bringt die Wärmepumpe im laufenden Betrieb?
Der erste Schritt ist die Frage, wie sich die laufenden Heizkosten verändern. Genau dafür ist der Ersparnis-Rechner Wärmepumpe gedacht.
Ersparnis mit der Wärmepumpe berechnen
Benötigt werden dafür nur wenige Angaben. Zunächst wird ausgewählt, ob bisher mit Öl oder Gas geheizt wird. Bei einer Ölheizung reicht normalerweise ein Blick auf die letzte Jahresabrechnung: Entscheidend ist, wie viele Liter Heizöl im Jahr verbraucht wurden.
Anschließend wird die Jahresarbeitszahl (JAZ) der geplanten Wärmepumpe angegeben. Sie beschreibt, wie viel Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Bei einer JAZ von 3,5 entstehen beispielsweise aus einer Kilowattstunde Strom rechnerisch etwa 3,5 Kilowattstunden Wärme.
Welche JAZ tatsächlich erreicht wird, hängt unter anderem von Gebäude, Heizflächen, Vorlauftemperaturen und Planung der Anlage ab. Der Rechner bietet deshalb verschiedene Werte zur Orientierung – von einer eher zurückhaltenden Annahme bis zu höheren Werten bei gut geplanten Anlagen.
Zum Schluss können die hinterlegten Durchschnittspreise verwendet oder eigene Energiepreise eingetragen werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und es werden keine Daten gespeichert.
Beispiel: mögliche jährliche Ersparnis
Zur Veranschaulichung nehmen wir die Beispielwerte des Rechners. Für einen Wärmebedarf von 20.000 kWh pro Jahr und eine angenommene JAZ von 3,5 ergibt sich ein Strombedarf der Wärmepumpe von rund 5.714 kWh.
| Position | Beispielwert |
|---|---|
| Kosten heute mit Öl | 3.350 € / Jahr |
| Stromkosten der Wärmepumpe | 1.429 € / Jahr |
| Wegfallende Kosten | 230 € / Jahr |
| Mögliche Ersparnis | 2.151 € / Jahr |
Damit ergibt sich in diesem Beispiel eine mögliche Ersparnis von 2.151 € pro Jahr.
Der Wert ist allerdings kein festes Einsparversprechen. Die tatsächliche Ersparnis hängt unter anderem vom Wärmebedarf des Gebäudes, der Planung und Effizienz der Wärmepumpe, dem bisherigen Verbrauch sowie den jeweiligen Energiepreisen ab. Der Rechner dient deshalb vor allem als erste Orientierung.
Wer die eigenen Werte kennt, kann sie direkt im Rechner einsetzen und erhält damit eine individuellere erste Einschätzung.
Wann hat sich die Wärmepumpe bezahlt gemacht?
Die laufende Ersparnis ist aber nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend ist auch die Frage, wie lange es dauert, bis sich die Investition gegenüber einer anderen neuen Heizung rechnet.
Dafür gibt es den Amortisationsrechner:
Amortisation der Wärmepumpe berechnen
Der Rechner vergleicht die Wärmepumpe bewusst mit einer neuen Gasheizung. Der Grund: Wenn die alte Ölheizung ohnehin ersetzt werden muss, wäre der dauerhafte Weiterbetrieb keine gleichwertige Alternative. Auch für eine neue Gasheizung würden Investitionskosten entstehen.
Entscheidend ist deshalb vor allem, welche zusätzlichen Investitionskosten durch die Wärmepumpe entstehen und wie schnell sich diese durch die niedrigeren laufenden Kosten ausgleichen.
Beispiel: Investition und Amortisation
Für die Beispielrechnung werden folgende Werte angesetzt:
| Position | Beispielwert |
|---|---|
| Wärmepumpe inklusive Einbau | 30.000 € |
| Förderfähige Kosten | 28.000 € |
| Angenommene Förderung: 46 % | −12.880 € |
| Eigenanteil Wärmepumpe | 17.120 € |
| Neue Gasheizung | −9.000 € |
| Mehrkosten der Wärmepumpe | 8.120 € |
Die Förderung wird dabei nur auf die maximal 28.000 € förderfähigen Kosten berechnet. Bei einer angenommenen Förderquote von 46 % ergibt das 12.880 € Förderung. Von den 30.000 € Gesamtkosten bleiben damit 17.120 € als Eigenanteil.
Die angenommene Förderung von 46 % ist dabei lediglich der Wert dieser Beispielrechnung. Welche Förderung tatsächlich möglich ist, hängt von den Voraussetzungen des konkreten Vorhabens ab.
Für die jährliche Ersparnis wird der Wert aus dem vorherigen Beispiel übernommen: 2.151 € pro Jahr.
Damit ergibt sich:
8.120 € Mehrkosten ÷ 2.151 € jährliche Ersparnis = rund 3,8 Jahre
Nach dieser Modellrechnung hätte sich die Wärmepumpe gegenüber der angenommenen neuen Gasheizung also nach rund 3,8 Jahren bezahlt gemacht.
Der Rechner zeigt zusätzlich, wie sich das Ergebnis verändert, wenn nicht mit einer neuen Gasheizung, sondern mit dem Weiterbetrieb der bisherigen Heizung verglichen wird. Unter den gleichen Annahmen liegt die rechnerische Amortisationszeit dann bei rund 8 Jahren.
Der Vergleich mit der neuen Gasheizung ist deshalb eine bewusste Rechenperspektive: Es wird berücksichtigt, dass beim notwendigen Austausch einer alten Heizung ohnehin eine neue Heizlösung finanziert werden müsste.
Auch die Amortisationszeit ist kein allgemeingültiger Wert. Ändern sich beispielsweise die Investitionskosten, die tatsächliche Förderhöhe, der Energieverbrauch oder die Energiepreise, verändert sich entsprechend auch das Ergebnis. Der Rechner ist daher eine Orientierung und ersetzt keine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Und was passiert mit dem alten Öltank?
Beim Wechsel von der Ölheizung zur Wärmepumpe endet die Rechnung nicht mit dem Ausbau des Heizkessels. Auch der alte Öltank muss berücksichtigt werden.
Je nach Tankart, Einbausituation und örtlichen Gegebenheiten kann die Anlage zunächst entleert und gereinigt werden. Anschließend kommt je nach Situation eine Demontage und Entsorgung oder eine fachgerechte Stilllegung infrage.
Dabei können unter anderem folgende Punkte eine Rolle spielen:
- vorhandene Restmengen an Heizöl
- Reinigung der Tankanlag
- Tankart und Tankgröße
- Zugänglichkeit des Kellerraums
- notwendige Demontagearbeiten
- Entsorgung beziehungsweise Stilllegung
- bei Erdtanks die besondere Situation im Außenbereich
Die Kosten lassen sich deshalb nicht seriös mit einem einzigen Pauschalbetrag angeben. Entscheidend ist immer die konkrete Tankanlage.
Wer bereits vor dem Heizungswechsel wissen möchte, in welcher Größenordnung sich die Kosten bewegen können, kann dafür den Kostenrechner zur Tankentsorgung nutzen.
Öltank entsorgen bei Wärmepumpe: Warum das frühzeitig eingeplant werden sollte
Wer von der Ölheizung auf eine Wärmepumpe umsteigt, sollte die Tankanlage nicht erst nach der Heizungsinstallation berücksichtigen.
Der alte Tank kann weiterhin wertvollen Platz im Keller beanspruchen. Außerdem können sich durch Restöl, Reinigung, Demontage und Entsorgung zusätzliche Arbeiten ergeben. Werden diese Punkte erst spät berücksichtigt, kann das die Planung des Heizungswechsels unnötig erschweren.
Deshalb ist es sinnvoll, Heizungsinstallation und Öltankentsorgung frühzeitig aufeinander abzustimmen. So lässt sich besser planen, wann der Tank entfernt werden kann und welcher Bereich anschließend für die neue Heiztechnik oder eine andere Nutzung zur Verfügung steht.
Mehr zum Ablauf finden Sie auch im Ratgeber:
Wer führt die Öltankdemontage durch?
Oeltank24 führt die Arbeiten an der Tankanlage nicht selbst durch, sondern vermittelt geeignete Fachbetriebe für die jeweilige Aufgabe.
Die beauftragte Fachfirma übernimmt – abhängig von der jeweiligen Tankanlage – beispielsweise die Entleerung, Reinigung, Demontage und fachgerechte Entsorgung beziehungsweise Stilllegung des Tanks.
So können Hausbesitzer die Kosten für den alten Tank bereits bei der Planung des Heizungswechsels berücksichtigen und unangenehme Überraschungen vermeiden.
Die vollständige Rechnung besteht aus mehreren Teilen
Ölheizung raus, Wärmepumpe rein – die Kosten lassen sich nicht allein auf den Kaufpreis der neuen Heizung reduzieren.
Für eine realistische Betrachtung gehören mindestens drei Punkte zusammen: Investition in die Wärmepumpe, erwartete laufende Energiekosten und die Kosten für den Umgang mit der alten Tankanlage.
Die beiden Online-Rechner helfen dabei, die ersten beiden Punkte besser einzuordnen. Der Öltank selbst sollte anschließend ebenfalls in die Planung aufgenommen werden.
Die Ergebnisse der Rechner sind dabei Orientierungswerte und keine Preiszusage. Für eine konkrete Entscheidung sind die tatsächlichen Verbrauchsdaten, ein individuelles Wärmepumpenangebot, die jeweils geltenden Förderbedingungen und die konkrete Situation des Öltanks entscheidend.
Wer die möglichen Einsparungen zunächst selbst überschlagen möchte, kann mit dem Ersparnis-Rechner starten und anschließend die Amortisation berechnen. Steht der Wechsel von der Ölheizung zur Wärmepumpe fest, sollte parallel auch die fachgerechte Öltankentsorgung eingeplant werden.
Steht bei Ihnen der Umstieg von Öl auf Wärmepumpe an? Bei Öltank24 können Sie unverbindlich die Kosten für die Entsorgung Ihres alten Öltanks berechnen und einen passenden Fachbetrieb vermitteln lassen.